Wissen ist Macht

Unter dem Einfluss der Digitalisierung verändern sich zusehends auch die Branchenlandschaften. Dies stellt neue und bis dahin unbekannte Anforderungen an Unternehmen und Beschäftigte.

Wissen stellt in diesem Umfeld einen zunehmend wichtigen Erfolgsfaktor für Unternehmen dar. Längst spricht man von der Wissensgesellschaft, in der neben Arbeit, Boden und Kapital auch Wissen zum Produktionsfaktor wird. In Zeiten des digitalen Wandels, neuer Technologien kürzer werdender Innovationszyklen und disruptiver Veränderungen der Unternehmenslandschaft, gewinnt Wissen als eigene Ressource noch mehr an Bedeutung.

 

Was ist Wissen?

Als Grundlage von Wissen werden im Allgemeinen Daten und Informationen verstanden. Probst definiert Wissen dabei als „[...] die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen“. Dies umfasst sowohl theoretische Erkenntnisse als auch praktische Alltagsregeln und Handlungsanweisungen. Man unterscheidet dabei häufig zwischen dem „Know What“, dem reinen Fachwissen das durch Lernen erworben wird und dem „Know how“, welches die Fähigkeit beschreibt, dieses Fachwissen zu verwenden um komplexe Probleme zu lösen. Im Unternehmenskontext wird anstelle von Wissen auch von der Wissensbasis gesprochen. Die Wissensbasis eines Unternehmens vereint dabei alle Wissensbestände auf die ein Unternehmen zur Lösung eines Problems zurückgreifen kann.

Wissen ist zudem ein Zustand, der durch Lernen verändert und erweitert werden kann. Durch die stetige Weiterentwicklung des Wissens, entstehen so auch neue Ideen und können schließlich als Anstoß für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen oder deren Verbesserung dienen. Wissen sollte daher in Unternehmen strategisch als Ressource aufgebaut und dabei für Innovationsprozesse nutzbar gemacht werden. Innovation gründet damit auf der Verwertung von Wissen und kann in diesem Rahmen auch als Umwandlung von Wissen in Geld verstanden werden.


Der Nutzen von Wissen als Ressource

Wissen bildet heute einen wichtigen Wettbewerbsfaktor und Treiber von Innovation und Wertschöpfung. Wissen und Ideen werden dabei nur durch die wirtschaftliche Anwendung zur Innovation, beispielsweise in der Form von neuen Produkten und Dienstleistungen oder ganzen Geschäftsmodellen. Daher spielt auch der richtige Umgang mit Wissen für die Weiterentwicklung  und das Fortbestehen des Unternehmens eine zentrale Rolle und kann den Erfolg (oder Misserfolg) entscheidend mitbestimmen.

Ein Wissensvorsprung, ermöglicht Unternehmen dabei einen potenziellen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb. Damit ist der richtige Umgang mit Wissen als Ressource ein wichtiger Faktor für den Unternehmenserfolg. Auf diesem Weg zum Wissensvorsprung gilt es jedoch zunächst, das Wissensumfeld klar zu analysieren und eine Transparenz über interne und externe Wissensbestände herzustellen. So kann aufgezeigt werden, welches Wissen intern an welcher Stelle vorhanden ist und Wissenslücken und Wissensmonopole werden sichtbar. Die Schaffung externer Transparenz gibt darüberhinaus Aufschluss über Wissen, auf das außerhalb der Organisation zugegriffen werden kann bspw. bei Dienstleistern oder Partnern.

 

Die Pflege der Wissensbasis

Zeigen sich Wissenslücken angesichts der angestrebten Wissensbasis, so gilt es diese Lücken zu schließen. Wissenserwerb beschreibt den Zugriff auf unternehmensexterne Wissensquellen. Ein Beispiel ist der Einkauf von Know-how durch die Akquirierung von Unternehmen oder Kooperationen mit anderen Unternehmen. Dieses Wissen muss dann durch gezielte Maßnahmen in die bestehende Wissensbasis des Unternehmens integriert werden. Die Wissensentwicklung fasst sämtliche Aktivitäten zusammen, die auf die Gewinnung von noch nicht vorhandenen Kompetenzen abzielen. Die Maßnahmen konzentrieren sich vor allem auf den Aufbau des internen Wissensbestands durch individuelle und kollektive Lernprozesse oder durch Maßnahmen der Wissensdokumentation.

Viele Unternehmen weisen einen großen Pool aus Experten auf, die sehr spezifisches Wissen besitzen, dass für die Organisation von Bedeutung ist. Häufig wandert dieses Wissen aber mit dem Mitarbeiter ab und fehlt somit. Die Teilung von Wissen ist deshalb ein wichtiger Prozess, da Informationen, Erfahrungen und Wissen in der gesamten Organisation verteilt werden müssen, um diese sonst isolierten Wissensbestände nutzbar zu machen. Das Ganze entspricht im Idealfall einer Art Kreislauf, bei dem Mitarbeitern Wissen zur Verfügung gestellt wird und das im Arbeitsalltag durch den Mitarbeiter generierte (neue) Wissen anschließend wieder in die Wissensbasis zurück überführt wird. Wissensteilung bildet so die Kernvoraussetzung für die Wissensnutzung im gesamten Unternehmen. Dieses vorhandene Wissen muss schließlich durch die Mitarbeiter zu Gunsten des Unternehmens eingesetzt werden. Von besonderer Relevanz ist dabei auch die Unternehmenskultur, die solch eine Anwendung vorhandenen Wissens ermöglicht und offen mit Wissen als Ressource umgegangen wird. Häufiges Problem ist dabei typischerweise das "Not-invented-here" Syndrom. Alle Barrieren im Unternehmen, die so eine produktive Nutzung des Wissens verhindern müssen daher identifiziert und überwunden werden. In Folge entstehen so vielfältige Potenziale die Motivation der Mitarbeiter zu verbessern, Entwicklungszeiten zu verkürzen oder Fehler zu reduzieren und Doppelarbeit durch die Wiederverwendung von Wissen zu vermeiden. Ein besseres Verständnis der Kundenbedürfnisse und die zielgerichtete stetige Weiterentwicklung der eigenen Produkte, wirkt zudem positiv auf Marktanteil und Unternehmenserfolg

 

 

Fazit

Das Verständnis von Wissen als Produktionsfaktor hat heute und in Zukunft erheblichen Einfluss auf Konkurrenzfähigkeit und Profitabilität des Unternehmens. Ein zielgerichteter und vor allem strategischer Umgang mit Wissen als Ressource wirkt dabei nicht nur positiv auf die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Der wertschöpfender Umgangs mit Wissen im gesamten Unternehmen, kann nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit steigern und die Zukunftsfähigkeit sichern. Insbesondere die Formulierung von Wissenszielen zum Aufbau zukünftig benötigten Wissens, die Identifikation der bestehenden Wissensbestände und Wissenslücken sowie der Wissenserwerb und die Wissensentwicklung, zeigen sich dabei mit Blick auf die Veränderung der Wissenslandschaft als wichtige Aufgaben.

Autor / Quelle: Robin Schiffler
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