Mitarbeiter finden und binden

Human Resources Marketing und Employer Branding sind in Zeiten des Fachkräftemangels wichtige Eckpfeiler, um Talente zu rekrutieren, bestehende Mitarbeiter zu binden und die eigene Arbeitgebermarke zu stärken.

260.000 zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland sind nötig um den Bedarf auf dem deutschen Arbeitsmarkt bis 2060 zu decken. Zu diesem Ergebnis kam kürzlich eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gibt an, dass mehr als 60 Prozent der Unternehmen im Fachkräftemangel eine Gefahr für die Geschäftsentwicklung sehen. 2010 seien lediglich 16 Prozent dieser Meinung gewesen. Zusammengefasst machen solche Zahlen eins deutlich: Gut ausgebildete Mitarbeiter sind wichtiger denn je. Unternehmen stehen also vor der Herausforderung diese Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu binden – eine Aufgabe für Experten im HR Marketing.

Als Teildisziplin des Marketings konzentriert sich das Human Resources Marketing auf das Recruiting neuer Mitarbeiter, die Förderung und Bindung des vorhandenen Personals und das Employer Branding, womit Arbeitgeber ihr Image nach außen wie nach innen pflegen. Wie in anderen Marketingbereichen reicht die Arbeit auch im HR Marketing von Analysetätigkeiten über die Strategieentwicklung bis hin zur Umsetzung einzelner Maßnahmen.

Den Nachwuchs aktiv rekrutieren

Herkömmliche Stellenanzeigen in Printmedien und Jobportalen sind ein obligatorischer Teil des Recruiting-Prozesses. Unternehmen gehen bei der Bewerbersuche heute jedoch viel aktiver vor, indem sie potenzielle Kandidaten immer zielgerichteter ansprechen: auf Berufsmessen, während spezieller Firmenbesichtigungen oder gleich an den relevanten Fachhochschulen und Universitäten. Die unmittelbare Kommunikation mit Nachwuchskräften bietet Unternehmen bessere Möglichkeiten, besondere Aus- und Weiterbildungsangebote oder sonstige Anreize zu präsentieren und die Bewerber für eine Mitarbeit zu begeistern. Ein weiterer Effekt des aktiven Recruitings ist der Aufbau eines Bewerberpools, aus dem das Unternehmen bei Bedarf auch zu späteren Zeitpunkten schöpfen kann.

Motivation durch Mitarbeiteridentifikation

Bestehendes Personal ist maßgeblich am Unternehmenserfolg beteiligt. Es ist kein Geheimnis, dass zufriedene Mitarbeiter mehr Spaß an der Arbeit haben, ihre Aufgaben produktiver erledigen und sich im Idealfall mit dem Unternehmen identifizieren. Genau dort kommt internes HR Marketing ins Spiel. Das Ziel besteht darin, sowohl materielle als auch immaterielle Anreize für Mitarbeiter zu schaffen, die dazu motivieren, dem Unternehmen langfristig treu zu bleiben. Somit reicht das Maßnahmenspektrum von einer angemessenen Vergütung, über gute Sozialleistungen und Boni bis hin zu Weiterbildungsangeboten oder auch einem attraktiven Freizeitprogramm. Vor allem gemeinsame Aktivitäten der Mitarbeiter stärken das Zugehörigkeitsgefühl und damit auch die Identifikation.

Das Unternehmen als Marke verstehen

Beide Bereiche des HR Marketings nutzen Maßnahmen, die auch das Employer Branding beeinflussen. Hier versteht sich das Unternehmen als Marke, die nach außen und innen ein positives Image verkörpern soll. Im internen HR Marketing sind es zufriedene Mitarbeiter, die sich mit der Marke identifizieren und gegenüber externen Zielgruppen als Multiplikatoren fungieren. Im externen Marketing hat es das Unternehmen selbst in der Hand, potenzielle Bewerber von sich zu überzeugen. Das geschieht heute verstärkt mit sehr durchdachten Auftritten in sozialen Netzwerken sowie eigenes eingerichteten Bewerberportalen, wo beispielsweise Mitarbeiter von ihrem Arbeitsalltag berichten. Diese und andere Kanäle werden mit Hilfe von konsistentem Storytelling, ein Instrument des Content Marketings, miteinander verknüpft. Ähnlich wie in der Kundenansprache nimmt das Unternehmen auch Bewerber mit auf eine Reise, die Candidate Journey, die idealerweise zu einer baldigen Mitarbeit führt.

Autor / Quelle: Sascha Dietze
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