Corporate Publishing auf allen Kanälen

Corporate Publishing ist eine immer beliebter werdende Disziplin im Rahmen der Unternehmenskommunikation und verändert die Art und Weise wie Unternehmen mit Kunden interagieren.

In der Kommunikation eines Unternehmens geht es vorrangig darum, Beziehungen zu den unterschiedlichen Zielgruppen – beispielsweise Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten – zu pflegen. Die Ansprache dieser Zielgruppen erfolgt über eine Reihe von Kommunikationskanälen, die dem Corporate Publishing zugeordnet werden. Dieses hat sich als eigene Mediengattung etabliert, die nach ihren Ursprüngen in Printveröffentlichungen längst auch alle gängigen Online-Formate bedient. So adaptieren Unternehmen Kunden- und Mitarbeitermagazine für die Darstellung im Internet oder auf mobilen Endgeräten, sie schaffen eigene Blogs und pflegen Social-Media-Kanäle wie Facebook und Twitter. Die Autoren schreiben aus ihrer persönlichen Perspektive über Themen, die sie selbst begeistern.

Viele Formate im Corporate Publishing setzen dabei auf die auf die Angestellten des Unternehmens als Autoren. Dadurch fließt die fachliche Kompetenz aus den unterschiedlichen Abteilungen direkt in die Veröffentlichungen ein, was maßgeblich zur Glaubwürdigkeit beiträgt. Corporate Publishing Guidelines unterstützen die Mitarbeiter beim Verfassen der Texte oder der Auswahl von Themen. Ein weiterer Effekt in diesem Vorgehen ist die Identifikation mit dem Arbeitgeber und der Aufbau einer glaubhaften „Employer Brand“.

Es steht außer Frage, dass das Corporate Publishing auch interessengeleitete Motive verfolgt: Imagepflege, neue Kunden adressieren, bestehende Kunden binden oder die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen stärken. Im Vergleich zu herkömmlicher Werbung strebt das Corporate Publishing allerdings viel mehr eine Identifikation mit dem Unternehmen und dessen Produkten und Dienstleistungen an. Gewährt ein Unternehmen seinen Redakteuren ausreichend Spielraum, sind diese in der Lage, kreative, informative und objektive Texte zu verfassen. Zudem achten sie auf eine zielgruppengerechte Ansprache und vermeiden werblich geprägte Formulierungen, wie sie in Produktbroschüren auftauchen. Nur so erreicht das Corporate Publishing eine hohe Glaubwürdigkeit und schafft Mehrwerte für alle Beteiligten.

Drei Erfolgreiche Formate im Corporate Publishing

Dass Kundenmagazine sowohl offline als auch online funktionieren zeigt Audi mit Audi Dialoge. Die Inhalte des klassischen Printmagazins hat der Automobilhersteller auch an heutige Lesegewohnheiten im Netz oder auf dem Smartphone angepasst. Das Ergebnis ist ein crossmediales Magazin, das wie aus einem Guss wirkt. Audi informiert seine Leser mit Fachberichten, Interviews und Reportagen über seine Produkte und Technologieentwicklungen.

Einen Schritt weiter geht Saturn mit seinem Magazin TURN ON. Das anfänglich reine Printmedium hat ebenfalls den Sprung auf alle Online-Kanäle gewagt und positioniert sich mit hochwertigen redaktionellen Inhalten als ernstzunehmendes Technikmagazin. Die Zielgruppe ist eindeutig: Kunden mit ausgeprägtem Interesse an Unterhaltungselektronik. Darüber hinaus hat Saturn einen YouTube-Kanal integriert, in dem Produkte getestet werden. Am Beispiel von TURN ON offenbaren die Online-Medien einen weiteren Vorteil: die Interaktion der Leser. Sie teilen Beiträge, kommentieren sie und können sogar künftige Themen mitgestalten.

Bei Ritter Sport ist die Einbindung der Leser ein zentraler Aspekt. Im Fall des Schokoladenfabrikanten muss man eher von Followern sprechen, da der Unternehmensblog ganz gezielt die sozialen Plattformen bespielt. Dort finden die Fans der quadratischen Schokolade nicht nur Gewinnspiele und humorvolle Posts. Sie werden auch in die Gestaltung neuer Produkte einbezogen.

Corporate Publishing in der Unternehmenskommunikation

Diese gelungenen Beispiele veranschaulichen die heutige Bedeutung von Corporate Publishing Formaten: Diese werden zunehmend fester Bestandteil der Content Marketing Strategien von Unternehmen. Storytelling ist hier das Schlüsselwort. Sascha Pallenberg, Gründer von Mobilegeeks und Head of Digital Content bei Daimler, bringt es in einem Interview auf den Punkt. Er möchte keine Produktvorstellungen sehen, weil Kunden diese Informationen lieber aus unabhängigen Quellen beziehen: „Vom Unternehmen selbst will ich die Geschichte hinter dem Produkt hören. Dieser Mehrwert ist die Essenz von gutem Content Marketing.“

 

Bild © Weerapat Wattanapichayakul | Dreamstime.com
Autor / Quelle: Sascha Dietze
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